Aidling

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St. Georg in Aidling

Die Pfarrkirche St. Georg in Aidling hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Bereits im achten Jahrhundert wird die Pfarrei erwähnt. Zu dieser Zeit befand sich die Kirche mit dem Friedhof des Dorfes Aidling nicht im Ort, sondern am westlichen Ausläufer der Aidlinger Höhe, nordöstlich des Mesnerhauserhofes. 

Ein alter Grabstein - mit dem Bild des Hl. Georg und der Inschrift - "Hier ist der Ort, wo unsere Voreltern ihre Gottesdienste gefeiert haben und ihre Gebeine in Frieden ruhen" - erinnert an die Stelle des früheren Friedhofs.

Der Überlieferung nach soll die Kirche auf einer heidnischen Kultstätte errichtet worden sein.

Die exponierte Lage von Kirche und Friedhof - nach römischer Sitte 1000 Schritte außerhalb der Ansiedlung - und das St. Georgs-Patrozinium deuten auf ein hohes Alter hin. Die älteste nachweisbare Quelle über die Aid- linger Pfarrei ist jedoch erst in einem Pfarrkirchen- verzeichnis des Dekanats Pähl vom Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts enthalten.

Hier erscheint "Oetlingen mit Touttingen und Walt- ramsperch" (= Aidling mit Tauting und Waltersberg). Neben diesen Filialen gehörte auch Appenried, Lei- bersberg und Höhlmühle dazu. 1749 wurde die Kirche in das Dorf verlegt und an die bereits zehn Jahre früher errichtete Loreto-Kap- pelle angebaut. In Aidling gab es zu dieser Zeit eine Loreto-Bruderschaft. In einem ledergebundenen Bruder- schaftsbuch von 1685 hat der damalige Pfarrer Sebastian Seerieder die Namen aller Gemeindemitglieder, die sich zwischen 1685 und 1691  einschreiben haben lassen, verzeichnet.
Am 10. Dezember 1749 wurde die neue Kirche eingeweiht.

1784 wurde Tauting an Eglfing abgegeben. Von Uffing erhielt Aidling die Filiale Hagen. Nach der Säkularisation kam Waltersberg zu Spatzenhausen, Höhlmühle und Appenried wur- den Habach zugeschlagen. 1816 kam Riegsee zur Pfarrei Aidling, dafür Hagen zur Pfarrei Murnau. Im Hochaltarbild ist der Kirchenpatron St. Georg dargestellt. St. Georg mit wehendem Mantel auf einem sich aufbäumenden Schimmel, wie er die Lanze tief in das Maul des Drachen stößt.

Bei der Kirchenrestaurierung im Jahre 1899 wurde auf Grund eines Gutachtens, eine reiche Stuckierung vorgenommen, um das Langhaus mit Chorraum harmonischer zu verbinden. Die Stuckmotive in den Stichkappen des Langhauses, über dem Sakristeieingang und Teile der Ausschmückung der Emporen gehen ebenfalls auf Anre- gungen aus diesem Gutachten zurück.

Im Rahmen einer Befunduntersuchung vor der letzten Außenrestaurierung 1995/96 wurden an Turm und Schiff mit die aufwendigsten und kunstvollsten Architekturmalereien des südlichen Bayern aufgedeckt. Die farbige Fassung der Erbauungszeit - mit Ritzungen al fresco in den Putz gemalt - ist größtenteils erhalten. Sie wurde mit einer dünnen Übermalung geschützt, die Fassung darauf rekonstruiert. Eine gemalte Sonnenuhr ist ebenfalls wieder sichtbar gemacht worden. 

Die Pfarrkirche St. Georg in Aidling hat eine lange und wechselvolle Geschichte.
St. Georg ist ein Kleinod des Rokoko.
Der viereckige Turm mit dem achteckigen Aufsatz und der Haube, die bei einer Restaurierung 1911 mit Kupferblech gedeckt wurde.